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Das Kollekturhaus in Zell

Mit der Auflösung des St.Philipps-Stiftes im Jahre 1551 kam die Universität Heidelberg in den Genuss der Erträge des ehemaligen Klosters und der zugehörigen Dörfer Zell, Harxheim und Niefernheim. Nachdem die Universität ihren neuen Besitz etwa 150 Jahre lang an den Kurfürsten von der Pfalz verpachtet hatte, verwaltete sie ihren Besitz vom Jahre 1700 an selbst. Ab 1704 bestellte die Universität Heidelberg einen eigenen Verwalter für die Kollektur Zell. Er hatte sich nicht nur um den umfangreichen Landbesitz in Zell, Niefernheim und Harxheim zu kümmern, sondern auch um die Unterhaltung der Kirchen, Pfarr- und Schulhäuser. Die Kollektoren mussten über gute ökonomische Kenntnisse verfügen.

Sie wohnten zunächst in Privathäusern, bis sich die Universität Heidelberg gegen Ende der vierziger Jahre des 18. Jahrhunderts mit Plänen für den Bau eines eigenen Kollekturgebäudes befasste. Zum einen benötigte der Kollektor eine neue Wohnung, zum anderen reichten die vorhandenen Räumlichkeiten zur Lagerung von Wein und Getreide längst nicht mehr aus. Gegen Ende des Jahres 1750 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden, nachdem man zwei Häuser gegenüber dem Rathaus erworben und diese abgebrochen hatte. Die Bauarbeiten zogen sich etwa zwei Jahre hin.
Es ist - auch wenn kein Beweis aussteht - sehr gut möglich, dass kein geringerer als der kurpfälzische Baumeister Franz Wilhelm Rabbaliati den Plan für die Zeller Kollektur entwarf; auf Rabbaliati gehen ettliche gerade in jener Zeit errichteten Bauwerke in der Kurpfalz zurück.
 
Der Bau wurde in der Amtszeit des Kollektors Johann Köth errichtet, der im Jahre 1744 seinen Dienst in Zell angetreten hatte. Wenige Jahre nach Vollendung des Neubaus starb Köth im Jahre 1755. Zu seinem Nachfolger wurde Franz Adam Blank ernannt, der sein Amt 34 Jahre lang ausübte. 1785 wurden verschiedene Anbauten (Waschküche, Stallungen, Remisen) errichtet. Blank, so heißt es in der Arbeit von Gerhard Merkel ("Wirtschaftsgeschichte der Universität Heidelberg im 18. Jahrhundert", 1973), "war am 7. Februar 1789 in seiner Schreibstube im Zeller Kollekturhaus getötet worden, als eine Pistole unzeitig losgegangen war". Zu seinem Nachfolger wurde sein Sohn Anton Blank ernannt.

Mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen und der wenige Jahre später erfolgten Annexion des linksrheinischen Gebietes durch Frankreich (1797) zeichnete sich das Ende der Zeller Kollektur ab. Das Kollekturgebäude wurde, wie der übrige Kollekturbesitz, französisches
Nationalgut.

In der Napoleonischen Zeit erwarb die Familie des letzten Kollektors, Anton Blank, das Anwesen. Sie veräußerte es 1832 an die Familie Born, deren Tochter Clara Sophie den Einselthumer Pfarrer Adolph Ernst Berckmann heiratete, Berckmann war ein bekannter "Achtundvierziger" in der Pfalz und gehörte 1849 der Nationalversammlung in Frankfurt an. Es darf davon ausgegangen werden, dass das Haus dadurch in den Jahren 1848/49 ein wichtiger Treffpunkt der Liberalen der Nordpfalz gewesen ist.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwarb die Familie Rupp das Kollekturhaus, die hier eine Gastwirtschaft betrieb. 1991 verkaufte Hans Rupp das Gebäude an die Eheleute Gertraude und Manfred Kiefer in Kirchheimbolanden, die ihm nach jahrelangem aufwendigen und behutsamen Restaurierungsarbeiten endlich wieder ein würdiges Erscheinungsbild verlieh.